Mittlerweile geht nahezu niemand mehr ohne Deo aus dem Haus. Es soll an langen und vielleicht auch stressigen Arbeitstagen dafür sorgen, dass niemandem auffällt, wenn uns vor einer Präsentation der Schweiß ausbricht. Inzwischen gibt es eine große Bandbreite an Düften und Pflegestoffen in den verschiedenen Deodorants. Hier zählt hauptsächlich der eigene individuelle Geschmack, bei Aluminium hingegen scheiden sich die Geister extrem. Die Gerüchte, die rund um Aluminium-haltige Deos kursieren, klären wir hiermit auf.

Wo kommt Aluminium vor?

Nicht nur im Deo, sondern auch im Haushalt findet sich Aluminium oft – beispielsweise in Verpackungsmaterialien. In diesem Fall sind die Moleküle jedoch zu groß, um unsere Hautbarriere zu passieren. Im Alltag selbst nehmen wir immer wieder Aluminium auf, ohne dass wir dies bewusst wahrnehmen und Studien zeigen, dass sich hieraus keine schädliche Wirkung auf den Körper ableiten lässt. Ein Arbeitsplatz, bei dem Aluminium-Staub entsteht, ist hingegen sehr schädlich, wenn die Atemluft über lange Zeit verunreinigt ist. Dann setzt sich das Aluminium in großen Mengen in der Lunge ab.

Aluminium verursacht Brustkrebs

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat aufgrund der Metaanalyse von 59 weltweiten Studien eine Unbedenklichkeitserklärung für aluminiumhaltige Deos herausgegeben. Zwar findet sich in Tumoren Aluminium, im gesunden Gewebe jedoch auch, ebenso wie bei Menschen ganz ohne Tumorwachstum. Aluminium steht hier also unter dem falschen Verdacht, Brustkrebs auszulösen, was schlicht nicht erwiesen ist.

Aluminium verstopft die Poren

Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen den Poren, welche die Ausgänge der Talgdrüsen sind und den Schweißdrüsenausgängen. Hier liegt ein anatomischer Unterschied vor und Poren transportieren nicht beides, Talg und Schweiß nach außen. Aluminiumhaltige Deodorants verschmälern die Austrittskanäle der Schweißdrüsen, verstopfen diese jedoch nicht. Allgemein ist die Fläche der Achsel viel zu klein, so dass die Verkleinerung der Schweißdrüsenausgänge für den gesamten Organismus keine Gefahr darstellt.

Aluminiumfreie Deodorants müssen öfter aufgetragen werden

Aluminium ist der wirksamste, kosmetisch qualifizierte Wirkstoff gegen das Schwitzen selbst. Das heißt, Deos, die Aluminium enthalten, reduzieren den Schweißgeruch, indem sie das Schwitzen selbst verringern. Aluminiumfreie Deos hingegen regulieren die Schweißproduktion nicht, sondern sollen lediglich den unangenehmen Geruch unterbinden, der entsteht, wenn der Schweiß bakteriell zersetzt wird. Aus diesem Grund müssen sie öfter aufgetragen werden. Schweißflecken auf Oberteilen sind deshalb an der alltäglichen Ordnung, da der Schweiß nach wie vor fließt. Das heißt, dass Menschen, die aluminiumfreie Deos verwenden öfter ihre Wäsche wechseln müssen und am besten die Achselbehaarung entfernen. Diese bietet viel Platz für Bakterien und sorgt dafür, dass der Schweiß nicht trocknen kann, sondern sich in den Haaren verfängt und ein feuchtes Milieu unter den Achseln fördert.

Hilfe für Menschen, die sehr stark schwitzen

Botulinum wird seit fast 20 Jahren verwendet, um die Schweißdrüsen zu hemmen. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Botox®-Behandlung bei übermassigem Schwitzen sind in zahlreichen Studien belegt und von Zulassungsbehörden anerkannt. Besonders für Menschen, die mehr als „normal“ schwitzen und sehr auf ihre Kleidungswahl achten müssen, um Schweißflecken zu kaschieren, ist diese Behandlung eine gute Lösung. Mit einer Betäubungscreme wird der Achselbereich unsensibel gemacht. Anschließend wird das Botox® mit einer feinen Nadel an mehreren Stellen sanft gespritzt. Dadurch kommt es zu einer leichten Lähmung der Schweißdrüsen und das übermäßige Schwitzen wird auf ein normales Maß herunter korrigiert. Dieses Verfahren ist eine tolle Alternative zum früheren Absaugen der Schweißdrüsen. Ungefähr acht Monate lang hält die Wirkung des Botulinums an, dann ist eine erneute Gabe sinnvoll, um den regulierenden Effekt weiter zu gewährleisten.