Unsere Haut stellt eine Barriere zwischen dem Körper und der Außenwelt dar. Einerseits verhindert sie den Verlust von Feuchtigkeit in der Haut. Andererseits verhindert sie aber auch, dass Stoffe von außen ohne weiteres passieren können. Dieser eigentlich sehr wünschenswerte Effekt wird zu einem Problem, wenn es darum geht, pflegende Wirkstoffe in die Haut einzubringen. Hier hat sich erwiesen, dass lipidärmere Stoffe die Hautbarriere besser überwinden können, um auch in tieferen Hautschichten zu wirken. Da die Haut neben Zellen selbst zu einem Teil aus langkettigen Lipiden besteht, verschließen sehr fetthaltige Cremes die obere Hautschicht und können so ihre Wirkstoffe nicht in die tieferen Schichten der Dermis bringen. „Liquid-care“-Produkte sollten deshalb immer vor reichhaltiger Pflege (sofern diese benötigt wird) oder Sonnencreme aufgetragen werden.

Konzentrate sorgen für individuelle Pflege

Konzentrate erfordern eine Auseinandersetzung mit der eigenen Haut, um der täglichen Pflege die richtigen Komponenten beizumischen. Sie ermöglichen also ein sehr individuelles Pflegekonzept, das an die aktuellen Bedürfnisse, also beispielsweise während verschiedener Jahreszeiten, angepasst werden kann. Diese Art der Pflege kann durchaus zeitintensiv sein und man muss möglicherweise verschiedene Konzentrate durchprobieren, bis sich eines findet, dass der Haut gibt, was sie braucht. Menschen mit empfindlicher Haut sollten ihre Pflege jedoch nicht zu oft verändern, besonders dann, wenn sie ein Produkt gefunden haben, das die Haut gut verträgt.

Essenzen und Lotionen sind der Mittelweg zwischen ölfrei und sehr lipidhaltig

Essenzen und Lotionen bestehen meist aus einer Öl-in-Wasser-Emulsion. Sie sind etwas reichhaltiger als ölfreie Konzentrate und Seren, dafür leichter als die meisten Cremes. Besonders für Mischhaut eignen sie sich und bieten eine gute Grundlage für Make-Up, da sie ein mattes Finish bewirken und weniger fetten.

Ampullen für jede Hautsituation

Ampullen enthalten meist hochdosierte Wirkstoffe und sollten einmal pro Woche eingesetzt werden. Wer unsicher ist, welche Inhaltsstoffe für die individuelle Hautsituation die richtigen sind, kann sich hier auch im Rahmen einer kosmetischen Behandlung beraten lassen. Sie können die Haut beispielsweise tiefenwirksam mit Feuchtigkeit versorgen oder die Kollagenbildung anregen. Bei der Anwendung sollte das Gesicht zunächst mit den zugehörigen Reinigungsprodukten und Tonic gesäubert werden. Anschließend kann der flüssige Inhalt der Ampulle in den Handflächen verteilt und dann auf die Gesichtshaut gebracht werden.

Tiefenwirksames Serum für frische Haut

Seren enthalten die höchste Konzentration an Wirkstoffen und können tief in der Dermis ihre Wirkung entfalten. Über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig angewendet, kann die Haut an Frische und Vitalität gewinnen. Zudem können Symptome gereizter Haut, wie leichte Rötungen, raue Stellen oder allgemeine Spannungsgefühle, durch Seren sanft gebessert werden. Sie geben der Haut Feuchtigkeit und stärken die Schutzbarrieren der Haut, um eben diese Feuchtigkeit zu halten.

Was gibt es bei der Anwendung zu beachten?

Menschen mit sensibler Haut sollten Produkte zunächst in der Armbeuge testen, um ungewünschte Reaktionen der Dermis zu vermeiden. Ansonsten sind „liquid care“-Produkte für die meisten Hauttypen sehr gut geeignet. Insbesondere unreine Mischhaut kann von den Wirkstoffen profitieren, die frei von zusätzlichen Ölen und Lipiden in die Haut gelangen. „Liquid-care“ ersetzt jedoch nicht die Gesichtsreinigung oder Sonnencreme mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor. Vielmehr sind sie als eine Art Energie- und Frischekick für die Haut zu verstehen.